Gefährliche Wachmacher

Hallo – schon wach, um den Anforderungen gewachsen zu sein nach der Schule, den ersten Jobtagen, nach dem Abi? Es gibt Tage, da fehlt mir einfach die nötige Energie, um alles zu überstehen. Zum Start eine schöne Tasse heißen Kaffee? – Nein, danke! Kaffee schmeckt bitter und ist langweilig. Das Zeug trinken doch nur alte Menschen und Businessleute, oder? Ich greife lieber in den Kühlschrank, anstatt zur Kaffeemaschine. Denn Energydrinks „beleben Körper und Geist“ und „verleihen uns Flügel“, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen – so verspricht es die Werbung. Doch halt, ist das wirklich so?


Gefährliche Wachmacher

Schon morgens in der Schule brauchen einige meiner Mitschüler regelmäßig etwas Energie, um überhaupt die Augen offen zu halten. Doch anstelle eines ausgewogenen Frühstücks wird eine große Dose Energydrink aus dem Rücksack geholt, das ist schnell, lecker und verspricht bessere Konzentrationsfähigkeit. Allerdings verliert die „Super-Energy“ schnell ihre Wirkung, also muss immer wieder Nachschub her. Diese Energydrinks sind, wie Cola, Fanta und Co, ziemlich süß – genau das, was viele Jugendliche mögen. Die Drinks gibt es in sämtlichen Geschmacksrichtungen überall zu kaufen. Da ist für jeden was dabei, von Kirsch bis Eiskaffee-Aroma. Viele Jugendliche trinken sogar mehrere Liter von dem süßen Wachmacher in einer Woche, um den öden Schultag zu überstehen oder weil es einfach lecker schmeckt. Ich habe mir auch ab und zu ein bisschen extra Energie aus der Dose gegönnt. Bis ich neulich im Fernsehen einen Bericht über die „Gefährlichen Energydrinks“ gesehen habe, in dem sogar Todesfälle in Verbindung mit einer Überdosis an Koffein gebracht werden. Auch im Internet und vielen Zeitungen gibt es immer häufiger Artikel, die über die Gefahren berichten. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Was ist eigentlich drin in den Energydrinks? In der Regel enthalten diese vor allem Koffein, Taurin, Wasser und Zucker. Nur was ist so gefährlich an diesen Inhaltsstoffen? Taurin, Koffein und Zucker sind einzeln nicht gefährlich, doch Achtung, die Mischung macht‘s.


Eine Dose Energydrink zum Frühstück und du bist fit für den Tag?



Taurin:

Taurin ist eine organische Säure, eine Aminosulfonsäure. Es könnte sein, das Taurin die Wirkung von Koffein verstärkt. Das könnte erklären, warum ein Energydrink stärker anregt als ein Kaffee! Auch Sportler nutzen Taurin als Nahrungsergänzungsmittel, doch die genaue Auswirkung von Taurin auf den Körper ist bisher nicht endgültig geklärt.


Koffein:

Das Koffein bringt unseren Kreislauf in Schwung. Wenn zu viel davon konsumiert wird, können auch Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Kopfschmerzen, Nervosität oder Schlafstörungen. Der maximal zulässige Koffeingehalt in Energydrinks liegt in Deutschland bei 32 mg pro 100 ml. Und das wird auch bis zum letzten mg ausgereizt. Besonders in den sogenannten Energyshots steckt eine kleine Koffeinbombe, bis zu 133 mg pro 100 ml. Diese gelten als Nahrungsergänzungsmittel und haben andere Grenzwerte. Auf der Packung steht lediglich die Empfehlung, nicht mehr als eine Portion täglich zu konsumieren. Nur wer liest das schon?


Zucker:

Der sehr hohe Zuckergehalt der Energydrinks führt zu den üblichen Problemen. Der regelmäßige Konsum von solchen supersüßen Getränken kann zu erhöhtem Körpergewicht führen. Mittlerweile werden auch zuckerfreie Varianten mit Süßstoff verkauft – bei denen jedoch der zusätzliche Energieschub durch den Zucker wegfällt.



Energydrinks vertreiben auf Partys nicht nur die Müdigkeit, sondern auch den bitteren Alkoholgeschmack. Bei mir und meinen Freunden sind die Mischgetränke ziemlich beliebt. Gedanken über die Folgen dieser Kombi haben wir uns bis jetzt nie gemacht. Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder Krampfanfälle können mögliche Folgen sein. Doch meistens bemerkt man die Auswirkungen der Mischgetränke nicht sofort. Dass man sich unter Alkoholeinfluss leicht überschätzt, ist ja bekannt. Aber Vorsicht: der Energydrink verstärkt diese Wirkung. Man fühlt sich nicht so betrunken, wie man wirklich ist – das kann schnell böse enden. Alkohol und Energydrinks entziehen dem Körper Wasser, was zu einem starken Flüssigkeitsverlust führt. Deswegen sollte man besonders beim Sport auf den Energydrink verzichten. Richtig erforscht ist das Zusammenspiel nicht, aber sicher ist sicher! Es gibt viele alternative Getränke, so dass man beim Feiern lieber die Kombination von hochprozentigem Alkohol und Energydrinks vermeiden sollte. Das hat sich meine Clique auch vorgenommen.


Energie, um den öden Schultag oder den Stress bei der Arbeit zu überstehen.



Wer sich ab und zu einen Energydrink zum Wachwerden gönnt, muss sich keine Sorgen machen. Aber sei ehrlich zu dir. Wenn du mehrmals am Tag zur Dose greifst und mehrere Liter in der Woche trinkst, solltest du dich etwas genauer mit diesem Thema auseinandersetzen. Muss es unbedingt der Energydrink sein oder kann eine Schorle nicht auch den Durst löschen?

Mehr Infos findet ihr z. B. unter foodwatch.org oder gesundheit.de.