Das ist nicht fair?

Möge die Macht mit dir sein – wie sehr bei der Familie Vader der Haussegen schief hing, zeigten sie über mehrere Episoden in der Verfilmung "Star Wars" Sohn Luke kämpfte gegen seinen übermächtigen Vater und umgekehrt. Hierzulande wehren sich Heranwachsende anstatt mit dem Laserschwert mit Wortgefechten gegen die kleinen und großen Ungerechtigkeiten im Elternhaus. Sie spüren, wie sich ein neuartiges Bewusstsein für eine unverwechselbare Identität entwickelt. Die Verhaltensweisen in dieser Zeit – der sogenannten Pubertät – sind stark konfliktträchtig. Hier ist ein Schlagabtausch zu Vorstellungen und Erwartungen zwischen Jugendlichen und Eltern, die den Alltag würzen.

Ein Brennpunkt am Familientisch ist ganz sicher das Thema "Grenzüberschreitung und Risikobereitschaft" oder nicht?

Max(15): Gewisse Grenzen? Nein, ich denke, man kann sich gut arrangieren, wenn beide Seiten aufeinander zu gehen.
Lorenz (18): Wir brauchen eine vernünftige Erziehung auf dem Weg zum Erwachsenwerden, um dann unsere Grenzen selbst herauszufinden.
Inga (17): Grenzen Ja, man kann zum Beispiel nicht bis 03:00 Uhr morgens wachbleiben und Computer spielen.


Elternsicht zum Thema Erziehung:
Mutter Bettina: Oftmals erziehen ja die Kinder ihre Eltern.
Vater Bernd: Mit Einführung der antiautoritären Erziehung sind selbst Lehrer heute überfordert.
Mutter Iris: Eltern sollten Grenzen auf das Minimum begrenzen. In dieser "schwierigen" Zeit darf man den Kindern vielleicht nicht zu viel abverlangen. Grundlegende Dinge müssen aber sein.




Was schränkt dich als Jugendlicher zu Hause ein?

Inga (17): Dass ich nicht Fernsehen kann, so oft und lange ich will.
Till (16): ...und dass man nachts schlafen muss.
Lorenz (18): Mich nervt es, dass ich nie alleine zu Hause bin, immer passt jemand auf mich auf. Da ich Einzelkind bin, fühle ich mich zu sehr behütet.
Ronald (17): Genau, meine Mutter möchte auch immer wissen, was ich mache, wo ich bin. Mein Vater lässt mir da sehr viel Freiheit, was wesentlich entspannter ist.
Deniz (15): Laute Musik - davon sind meine Eltern nicht begeistert.


Die Elternsicht:
Mutter Iris: Das Vorleben hilft schon etwas (Videospiel -> Alternativen bieten; Schularbeiten -> Konsequenzen aufzeigen, ...)
Vater Thomas: Manchmal muss man aber auch mal einfach nur "nein" sagen.
Mutter Bettina: Solange die Schulnoten gut sind, greifen wir da weniger ein. Den Internetzugang kontrollieren und regeln wir auf nicht mehr als drei Stunden täglich. Im Bekanntenkreis gibt es bereits viele Jugendliche, die onlinesüchtig sind und sich nachts den Wecker stellen, um heimlich an irgendwelchen Schlachten teilzunehmen.
Vater Ronald: Ich finde es wichtig, dass die Kinder im Teenageralter einen Mannschaftssport ausüben, auch um zu lernen, mit Regeln umzugehen.




Wie verstehen dich deine Eltern?

Lorenz (18): Die Eltern verstehen nicht, dass die Zukunft von neuen Technologien geprägt sein wird und meine Multimedia-Generation stundenlang vor dem Fernseher, Playstation, Computer oder Smartphone verbringt.
Simon (17): Für manche meiner Interessen haben sie weniger Verständnis. Trotzdem halten sie zu mir und lassen mich meinen Weg gehen.
Tom (18): Im Nachhinein fanden meine Eltern gut, dass ich für meinen längeren Auslandsaufenthalt gekämpft und es gemacht habe. Ansonsten erfahre ich von ihnen viel Unterstützung, dafür bin ich dankbar.


Elternsicht: Verstehen Sie Ihre Kinder?
Mutter Iris: Die Kinder wollen ernst genommen werden. Kleine "Belohnungen" und "Erpressungen" sind manchmal hilfreich.
Vater Ronald: Stimmt! Es ist wie auf einem Basar - ein Geben und Nehmen.




Welche Freiheiten wünschst du dir:

Tom (18): Ich möchte nicht immer Rechenschaft ablegen müssen, wie lange ich wegbleibe und keine Anrufe bekommen, wenn es doch später wird.
Lorenz (18): Ich will selbst erfahren, wie es ist, lange wach zu bleiben. Oder mal ganz lange Zeit nur Ungesundes zu essen.
Inga (17): Nicht viel mehr Freiheit, als ich habe.




Dein Tipp für die Eltern, was besser geht?

Tobias (14): Habt mehr Vertrauen in uns und lasst uns unsere eigenen Erfahrungen machen. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht interessieren soll, was wir tun.
Simon (17): Mehr Ruhe (Verständnis).
Deniz (15): Verbietet euren Kindern nicht zuviel, weil sie gerade dann das Verbotene erst recht tun.
Lorenz (18): Mischt Euch nicht zu viel in unser Leben ein, denn das ist der größte Fehler, den man machen kann.
Till (16): Beschäftigt euch und redet miteinander.
Simon (17): Zuhören und Verständnis haben heißt das Zauberwort!


Elternsicht: Ihr Tipp für die Jugendlichen was besser geht
Vater Bernd: Haltet Absprachen ein, dann könnt ihr auch mehr Freiheiten genießen.
Mutter Bettina: Lernt, Verständnis für die Situation der Eltern aufzubringen. Das geht nur über gemeinsame Kommunikation. Gott sei Dank gibt es bei uns kein Türenschlagen oder lautes Teenager-Geschrei, wie es manchmal von den Nachbarn herüberschallt.
Mutter Iris: Genau - eventuell versuchen, sich in die Lage des anderen zu versetzen.
Vater Jörg: Ehrlich und offen miteinander umgehen. Wir sind jederzeit gesprächsbereit.