Streiten will gelernt sein – nicht jeder kann seine Emotionen frei zeigen. Man schluckt den Ärger runter oder traut sich einfach nicht seiner Wut Luft zu machen. Dabei ist es nicht schlimm, ein Problem ehrlich anzusprechen – sei es bei Freunden, Eltern, Lehrern oder dem Chef. Nur so können Probleme gelöst werden. Streiten gehört einfach zum Leben dazu und kann sogar richtig gut tun!



Friede, Freude, Eierkuchen? Das macht krank!

Schon im Sandkasten lernen wir, mit negativen Gefühlen umzugehen. Nein, keiner soll beim Streiten eine Schaufel an den Kopf bekommen! Frust in sich hineinzufressen und einem Konflikt dauerhaft aus dem Weg zu gehen, das ist Stress für unseren Körper. Wut lässt sich nicht löschen oder ignorieren. Unterbewusst belasten uns diese negativen Gefühle. Unterdrückte Emotionen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck hervorrufen. Auch das Risiko für einen Herzinfarkt steigt.



Mut haben

Um Ruhe zu haben, einfach nachgeben. Das ist keine dauerhafte Lösung. Dadurch werden eigene Bedürfnisse unterdrückt, aber der Konflikt bleibt bestehen. Alte Geschichten werden ausgegraben und schon geht es nicht mehr um die eigentliche Sache. Das passiert, wenn sich immer mehr „kleine Probleme“ anstauen. Lieber rechtzeitig den Mut für eine Konfrontation aufbringen! Sich einem Konflikt zu stellen, ist nicht immer leicht, aber notwendig! Die eigenen Bedürfnisse und Gefühle können nicht unterdrückt werden, das macht krank. Rückzug ist oft Ausdruck eines geringen Selbstwertgefühls. Besonders im Job oder in der Schule rutscht man so schnell in ein Rollenbild – diese Personen haben Schwierigkeiten ernst genommen zu werden.



ICH und DU

Wie äußere ich meine Kritik am besten? In der Schule lernen wir, von Psychologen wie Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun, die Theorie der Ich-Botschaft: ohne direkte Kritik seinen Standpunkt vertreten. Theoretisch eine gute Form der Kommunikation, aber praktisch? Es ist schwer, bei einem Streit immer ruhig und sachlich zu bleiben. Eine Ich-Botschaft erleichtert es Kritik anzunehmen. Du-Botschaften enthalten dagegen einen versteckten Vorwurf:

„Ständig schaust DU auf dein Handy! Das nervt mich, weil ich dir etwas erzählen will und du mir nie zuhörst!“

Wie wir etwas sagen, ist jedoch gar nicht so entscheidend. Wichtig ist, wie man einen Streit auflöst, eine Lösung findet und wieder aufeinander zugeht. Kompromissbereit zu sein, schafft eine gute Basis für ein Gespräch. Wer Kritik austeilt, sollte verstehen, welche Gefühle und Reaktionen bei anderen damit ausgelöst werden. Und wie einfach es doch ist, den Wunsch in eine konstruktive ICH-Botschaft zu verwandeln...



Ich-Botschaft


Ärger spüren, erkennen und zulassen

Man kann nicht immer einer Meinung sein. Bahnt sich ein Konflikt an, sollte ein neutrales Umfeld für ein Gespräch auf Augenhöhe gewählt werden. Keiner sollte vor Unbeteiligten bloßgestellt werden – vor allem in der Schule und im Job. Im Idealfall hört man auf seinen Körper, spürt den Ärger in sich und reagiert, bevor man explodiert. Ein Streiten sollte immer fair sein – ohne Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten. Aber es muss nicht immer leise zugehen. Schreien, richtig Dampf ablassen, das tut gut und „reinigt die Seele“. Das ist authentisch und dein Gegenüber merkt, wie sehr dich dieses Thema emotional belastet.